Ruhebereich in der Bahn: Wer zu laut ist, zahlt 40 € Strafe | Zugreiseblog

Ruhebereich in der Bahn: Wer zu laut ist, zahlt 40 Euro Strafe

David

Hi, ich bin David, der Gründer des Zugreiseblog. Hier erfährst du alles zum Slow Traveling per Zug – egal, ob beim Interrail in Europa, Work and Travel in Australien oder beim Backpacking durch Südostasien. Du bist neu hier? Dann lies am besten, worum es in meinem Bahnblog geht.

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11 Antworten

  1. JumpUp sagt:

    Im Großraum des ICE eine angenehme Reise mit Entspannung und Ruhe zu verbringen, ist mir wichtiger als W-LAN oder die Funktionalität des Speisewagen.

    Aktuell ist Ruhe im ICE Großraum leider sehr rar und selbst in der 1. Klasse nur selten vorhanden….

    Es fehlt jedoch nicht an einer Bestrafung der Ruhestörer sondern an einer konsequenten und durchdachten Umsetzung der Ruhezonen. Aktuell ist der Ruhebereich analog der Bahn.comfort Plätze nur halbherzig gestaltet und praktisch wirkungslos. Es sind ja nicht die arroganten, selbstverliebten Fahrgäste, die im Ruhebereich stören sondern die zahlreichen Menschen, denen die Problematik des Ruhebereichs gar nicht bekannt ist. M
    eine Erfahrung zeigt, dass man mit einem freundlichen Kommentar selbst Dauertelefonierer dazu bewegen kann, ihre Gespräche nicht im Ruhebereich zu führen sondern dafür die Wagenübergangsbereiche zunutzen. Meist sind die Störer selbst erstaunt: Sie haben den den Ruhebereich gar nicht wahrgenommen oder sind sich des eigenen Lärms gar nicht bewusst! Die aktuell Politik der DB Fernverkehr ist den Ruhebereichen leider nicht dienlich.

    Daher folgende Vorschläge:

    – Deutliche und große Kennzeichnung der Ruhebereiche mit Banderolen, Piktogrammen und sogar Hinweisen an den Rückenlehnen. Der Ruhebereich darf nicht übersehen werden.

    – Verkleinerung der Ruhebereiche:
    Aktuell ist ja meist ein gesamter Waggon als Ruhebereich gekennzeichnet. M. E. ist das schon zu viel. Es reicht doch aus, ein kleiner mit einer Trenntür abgetrennter Bereich als Ruhezone zu kennzeichnen. Für alle Telefonierer, Familien, Junggesellenabschiede, Fußballfans und Kegelclubs soll noch ausreichend Kapazität zur Verfügung stehen.

    – Hinweise durch das Zugpersonal:
    Ich möchte gar nicht, dass analog der ÖBB die Zugbegleiter Strafen an Störer im Ruhebereich verteilen. Es ist m. E. ein kurzer, freundlicher Hinweis durch das Zugpersonal an die jeweiligen Ruhestörer ausreichend. “Bitte telefonieren Sie doch in den anderen Waggons, hier fühlen sich die Mitreisenden gestört”.

    – Aufgaben des Zugpersonal im Ruhebereich:
    Einer der größten Störer im Ruhebereich der 1. Klasse sind nicht die anderen Fahrgäste sondern der konsequente Am-Platz-Service.
    In regelmäßigen Abständen läuft der Stewart durch den Ruhebereich der 1. Klasse und bietet lautstark seine Produkte an:
    “Für Sie eine kleine Aufmerksamkeit?”
    “Noch wünsche aus dem Speisewagen?”
    “Hier noch Kaffee gewünscht?”
    “Darf es eine Tageszeitung sein, wir haben Bild, Welt und das Handelsblatt”.

    Das anschließende Verteilen von Speisen und Trank ist ebenfalls nicht der Ruhe dienlich.

    – Ansagenpolitik
    Die ständigen Servicedurchsagen (Begrüßung, Nächster Halt, Anschlüsse etc.) sollten im Ruhebereich konsequent abgeschaltet sein. Lediglich über größere Störungen sollte berichtet werden.

    – Gedämmtes Licht:
    Wenn beim Betreten des Ruhebereich von allen Fahrgästen erkannt wird, dass sich durch eine besondere Lichtdämmung (andere Farbe, verdunkelte Scheiben etc.) eine ganz andere Athmosphäre einstellt, wird es automatisch ruhiger und der Respekt vor den Mitreisenden steigt.

    Die Erfahrungen meiner Fahrten im Fernbus zeigen: Sobald am Abend das Licht abgedunkelt wird, tritt schlagartig Ruhe ein. Die meisten Fahrgäste schließen die Augen oder sind mit sich selbst beschäftigt.

    – Augen Auf beim Fahrkartenkauf:
    Aktuell werden regelmäßig Reisegruppen, Schulklassen und Familien in den Ruhebereich gebucht. Meist geschieht dies aus Unwissenheit oder weil dort eben die meisten zusammenhängenden Plätze frei sind. Hier muss bei der Buchung konsequent drauf hingewiesen werden “Achtung Ruhebereich: Für Gruppen nicht zu empfehlen”.
    Jeder Fahrgast, welche nicht aktiv den Ruhebereich bei der Reservierung auswählt, sollte dort auch nicht reserviert bekommen.

    Mein Fazit:
    Bevor man Strafen bei Ruhestörern kassiert, lieber die Bereiche konsequent und attraktiv gestalten -> Damit ist schon vielen geholfen.
    Einzelne extrem nervige Fahrgäste wird das vom Lärmen nicht abhalten, aber die Voraussetzung zur sozialen Kontrolle durch andere Fahrgäste sind geschaffen. Man hat statt 40 % störende Mitreisenden vielleicht nur noch eine einzige Person…

  2. Stefan sagt:

    Super, dass über das Thema geschrieben wurde. Ich fahre regelmäßig Bahn und nutze die Zeit im Zug gern zum Arbeiten oder für persönliche Dinge. Dafür gehe ich gern in den Ruhebereich und ärgere mich regelmäßig über Fahrgäste, die sich nicht entsprechend eines Ruhebereichs verhalten. Ich finde den Vergleich zu Ruhezonen in anderen Ländern interessant. Die Vorschläge von JumpUp finde ich alle gut und kann sie nur bestätigen. Meine Erfahrung ist ebenfalls, dass die meisten Fahrgäste nicht absichtlich gegen die Ruheregeln verstoßen, sondern den Ruhebereich nicht also solchen wahrnehmen, da sie nicht ausreichend gekennzeichnet sind und schnell übersehen werden, gerade von Fahrgästen, die nur gelegentlich die Bahn nutzen. Daher ist es wirklich wichtig, die Ruhebereich deutlicher zu kennzeichnen. Auf die Ansage des nächsten Haltes sollte aus meiner Sicht jedoch auch im Ruhebereich nicht verzichtet werden, denn es mir selbst schon passiert, dass man im Ruhebereich so vertieft in etwas ist, dass man leicht vergisst, dass man bald aussteigen muss.

  3. wfl sagt:

    Den Großteil meiner Fahrten mache ich im ICE 2, 3 und IC 2, fast immer im Ruhebereich, 1. Klasse. Im ICE 3, vorne in der Lounge, funktioniert das fast immer super. Hier habe ich selten erlebt, dass jemand wirklich laut ist, höchstens die laut Telefonierer, die glauben ihr Gesprächspartner sei taub, stören manchmal, wenn Sie direkt vor der Lounge stehen und telefonieren. Da hilft auch die Glastür dazwischen nicht.
    Der Ruhebereich im ICE 2 ist für die Tonne. Zur Kennzeichnung gibt es fast immer nur Piktogramme, die kaum jemand wahr nimmt, die Glastür, die Ruhebereich vom normalen Großraum trennt, ist regelmäßig defekt und steht daher offen. Und natürlich nicht zu vergessen, dass das Buchungssystem der Bahn einen gern auch mal im Ruhebereich einbucht (das passiert auch gern mal obwohl im Handybereich noch alles frei ist, scheinbar wird da im Ruhebereich mit der Platzvergabe begonnen) und man so regelmäßig an den eh eher raren 4-er Tischen Reisegruppen sitzen hat, die sich natürlich nicht an die Ruhe halten.
    Im IC 2 könnte die Auszeichnung besser sein, auch hier nur Piktogramme, dadurch, interessanterweise klappt das hier auf meinen Fahrten aber oft erstaunlich gut mit dem ruhig sein.

    Lange Rede, kurzer Sinn: Wir brauchen keine Strafen, sondern eine konsequentere Kennzeichnung (ich persönlich würde es sehr begrüßen, wenn neben den Banderolen der vorgeschlagene zusätzliche Hinweis an der Rückenlehne des Vordersitzes durch die Bank eingeführt würde) und vor allem ein intelligenteres Buchungssystem, das nicht standardmäßig den Ruhebereich als Sitzplatz vorschlägt wenn man das nicht explizit auswählt.

  4. David Nijenhuis sagt:

    Das habe ich oft passiert. Imbesonders Sachleute in der 1. Klasse wer meinen, dass der Zug ihnen gehört. Wenn ich mitteile, dass Anrufen im Ruheabteilt nicht getattet ist, (ich warte denn wohl, dass jemand fertig ist!) sagen manchen böse: “aber ich habe hier reserviert!”. Ich sage denn: “warum wären Sie so dumm um einen Platz im Ruheabteil zureservieren?” 40 Euro Strafe ist eine gute Massnahme für Leute wer nicht hören wollen. Nun noch auch in den konventionellen Intercity (und Nahverkehr) Ruhebereiche einrichten, bitte! Dass Leute mit einem DB-Ticket innerhalb von Österreich keine Strafgebühr zahlen müssen ist messen mit 2 Massen. Man ist in Österreich, ÖBB ist dort offiziell beförderer und darf dort die Regeln zusammenstellen, wobei diese denn für alle Fahrgäste gelten müssen.

    • Beförderer ist die Firma, in deren Zug du dich rein setzt und mit der du den Beförderungsvertrag geschlossen hast. Wenn du mit einem ICE von Deutschland nach Wien fährst ist das ausnahmslos die DB Fernverkehr AG.

      • Thomas Denkel sagt:

        Sorry, aber das stimmt nicht. Im internationalen Eisenbahnverkehr werden die vertraglichen Beförderer (= Vertragspartner des/der Reisenden) durch einen vierstelligen „company code“ im Wegetext dargestellt. Sobald der ICE auf einer ÖBB-Strecke unterwegs ist, ist auch die ÖBB der Beförderer – zu erkennen am auf dem Ticket dargestellten Code , während die DB den Code verwendet. Also auch wer mit dem deutschen ICE mit einem von der DB ausgestellten Ticket nach Österreich reist, muß sich auf ÖBB-Strecken an die ÖBB-Beförderungsbedingungen halten. Das ist nebenbei auch noch daran zu erkennen, daß meist an der Grenze das Zugpersonal wechselt und in Österreich ÖBB-Personal den Zug übernimmt.

      • Thomas Denkel sagt:

        Code DB = 1080 / Code ÖBB = 1181, im Wegetext auf dem Ticket in spitze Klammern gesetzt.

  5. Stephan sagt:

    Wenn ihr glaubt, dass diese 40€-Strafe tatsächlich je irgendwer bezahlen wird, traue ich mich zu behaupten, dass ihr euch gewaltig irren werdet.
    Die ÖBB sind und bleiben immer noch die Österreichischen Bundesbahnen und in Österreich werden solche Regelungen konsequent nicht umgesetzt.
    Es bleibt zu hoffen, dass wenigstens die theoretische Androhung die Situation in den railjets verbessern wird, denn momentan ist die Ruhezone in den ÖBB-Zügen die mit Abstand schlechtesten funktionierende auf meinen Zugreisen in Deutschland, Italien und eben Österreich.

  6. Uwe Modest sagt:

    Ich kann mich meinen Vorgängern, insbesondere jumpup nur anschließen. Es würde sicherlich ausreichen, bei den Reservierungen darauf zu achten, keine “,Schwatzgruppen” oder Reisende mit Kindern in den Ruhebereich zu buchen. Die meisten wissen gar nicht, dass sie in solch einem sitzen. Eine besser Kennzeichnung, z.B. am Sitz vor dem Reisenden mit dem Pictogramm des Handyverbots und dem Finger über dem Mund wäre hilfreich. Stattdessen sehe ich vor mir einen Aufkleber mit der Möglichkeit mich einzuscannen eben mit dem Handy, um mitzuteilen, wie mir die Reise gefällt. Meistens gut muss ich sagen, es sei denn ich habe keine Ruhe, weil jemand in der Nähe oder neben mir sein Büro eröffnet und mich teilhaben lässt an seinen Telefonkonferenzen.
    Was mir am Häufigsten unangenehm auffällt und mich verärgert, ist der Zugbegleiter, der ignorant daran und an lauten Gruppen vorbei geht.

  7. Hans Schulte sagt:

    Wer ausschliesslich auf die soziale Komponente als Regelwerk im Ruhebereich setzt, wird keine zufriedenen Fahrgaeste haben. Gerade aktuell tippt mein Nachbar seit 4 Stunden ununterbrochen auf sein Notebook ein. Von Ruhe keine Spur. Ich gebe aber meinen Vorrednern recht, dass dieser Mitreisende wahrscheinlich micht weiss, wie stoerend das Klappern ist. Vielleicht hilft ein Hinweis bei der Buchung der Tickets in einem extra Hinweisfenster oder “don’t do” als Aufkleber an jedem Platz….langfristig muss jedoch diese Zone anders aussehen, damit es jeder versteht…

  8. Zugvogel sagt:

    Zunächst sollte idie DB im Reservierungssystem ausschließen, dass man zufällig im Ruhebereich eingebucht wird. Dann sollte das Zugpersonal konsequent Ruhe im Ruheabteil einfordern. Und wenn auch das nicht hilft, ist die Strafe fällig, ja. Allein diese Möglichkeit sollte Einige zur Einhaltung bewegen. Schließlich ist es eine bewusste Entscheidung, die Bahn zu nutzen, weil man die Fahrtzeit zum Arbeiten oder Schlafen nutzen kann. Hierfür reserviert man kostenpflichtig einen Sitzplatz im Ruheabteil. Warum macht es die Bahn ihren zahlenden Stammkunden soooo schwer, dann auch das zu bekommen, wofür man bezahlt hat??

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