Privatbahn vs. Staatsbahn: Flixtrain verklagt Deutsche Bahn | Zugreiseblog

Privatbahnen gegen Staatsbahnen: Kampf um Auskunftssysteme und Tickets

David

Hi, ich bin David, der Gründer des Zugreiseblog. Hier erfährst du alles zum Slow Traveling per Zug – egal, ob beim Interrail in Europa, Work and Travel in Australien oder beim Backpacking durch Südostasien. Du bist neu hier? Dann lies am besten, worum es in meinem Bahnblog geht.

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4 Antworten

  1. Daidi sagt:

    hey, schöner Bericht.

    Ich finde es gut, dass es mehr private Bahnen gibt. Zwar kann ich auch verstehen, dass die Preise der DB ständig steigen und sie diese dann auf die Ticketpreise umwelzen. Aber irgendwann wird es einfach zu viel. Eine Strecke die ich schon seit 10 Jahren relativ regelmäßig fahre, kostet jetzt gefühlt das doppelte. Jedes Jahr ein neuer Aufschlag, man kann sich schon fast die Uhr danach stellen.

    Mal schauen ob das besser wird mit den anderen privaten Bahnen, ich hoffe doch :)

    Grüße

  2. Thorsten sagt:

    Rosinenpickerei, Gewinne privatisieren ist die Maxime der Privatbahnen. Denen geht es noch weniger um einen Anteil an dem Infrastrukturauftrag, das auch Nebenzentren an den Hochgeschwindigkeitsverkehr angeschlossen werden.

    Ich meide die Privatbahnen nicht nur aufgrund der alten Wagons, ich habe keine Lust auf Fahrschein A für Teilstrecke 1 und Fahrschein B für Teilstrecke 2.
    Man hat das gerade auf Regionaler Ebene hinbekommen, das es nur noch 1 Fahrschein/Region gibt, jetzt fängt der Mist wieder von vorne in der Fernebene an.
    Für mich ist die Personenbeförderung eine ähnliche staatliche Daseinsvorsorge, wie es bei dem Betrieb der Autobahnen, ÖPNV, Müllabfuhr….auch ist.
    Wettbewerb durch Kostendruck ist kein Wettbewerb. Das ist das System Discounter, das baden die Mitarbeiter und die Kunden am Ende aus….
    Die Fernzüge in Deutschland sind vom Komfort (Sitze, Sauberkeit, Restaurant…) in Europa gerade mal im Mittelfeld. Das war vor den Privatbahnen besser1

  3. Tarifdschungler sagt:

    Der Zugreiseblog ist offensichtlich ziemlich euphorisch gegenüber privaten Anbietern eingestellt. Das geht so weit, dass es als “fremdenfeindlich” eingestuft wird, wenn die Schwedische Staatsbahn Stimmung gegen eine von China finanzierte Privatbahn macht. Hier geht es nicht um Flüchtlinge, sondern um ausländisches Kapital und Einflussnahme, bitteschön! Da wird die Political Correctness wieder einmal als Waffe eingesetzt, um bestimmten Interessen zu dienen. Dass ALLRAIL, der Verband der “neuen Anbieter” das anprangert, ist vom Blickwinkel deren Interessen zu sehen. Aber wie man sieht, fällt das Opinion-making auf fruchtbaren Boden.

    Presseaussendung von ALLRAIL: “Die Schweiz soll Wettbewerb im Bahn-Fernverkehr einführen”. Warum, wozu? Dazu muss man natürlich die staatlichen Bahnen verteufeln, um Stimmung zu machen. Aber das ist natürlich gute Stimmungmacherei – gegen die bösen Bahnmonopolisten, die gar nie böse waren (ja sie schaff(t)en oft Ärger, aber das tun die Neuen auch, je länger sie im Einsatz sind).

    Wenn russisches Kapital und Putin direkt hinter einer neuen Privatbahn stünde, wären Sie vielleicht anderer Meinung. Aber worin liegt der Unterschied?

    Dieses angebliche Privatbahn-Wesen treibt ja merkwürdige Blüten: Die österr. WESTbahn hatte als Geburtshelfer und immer noch als Minderheitsgesellschafter die SNCF. Worin liegt der Sinn, dass die französische Staatsbahn der österreichischen staatlichen Bahn Konkurrenz macht? Sonderbare Privatbahn! Auch die Deutsche Bahn betreibt mit Arriva in einigen europäischen Ländern Bahnlinien (allerdings nur Regionalbahnen, soviel ich weiß). Und die ÖBB haben sich mit der Übernahme von MÁV Cargo eine blutige Nase geholt.

    Die Forderung, dass sich Privat- und Staatsbahnen zusammentun sollen, um sich gemeinsam gegen Airlines und Fernbusse zu positionieren, ist mehr als naiv. Flixbus ist ja soeben ins Bahngeschäft eingestiegen. Flixtrain wird sich sicher nicht gegen Flixbus wenden, sondern gegen die Deutsche Bahn, von der Sie fordern, dass sie sich gefälligst mit Flixtrain gegen Flixbus zusammentun soll! Eine solche Forderung ist an Absurdität und Naivität nicht zu überbieten. Internationale Konzerne funktionieren übergreifend, das gilt dann aber nicht als Quersubventionierung.

    Schuld ist der Zeit(un)geist und die EU. Am Ende wird das ganze Bahnsystem – als System – ruiniert sein: keine durchgehenden Fahrkarten mehr, ein noch unüberschaubarerer Tarifdschungel wie jetzt mit den Verkehrsverbünden.
    Aber bekanntlich führt die Liberalisierung irgendwann wieder zu einem Monopol. Nur: der Monopolist wird dann kein “böses” staatliches Bahnunternehmen sein, sondern ein internationaler Konzern: ob chinesisch oder sonstwoher ist dann auch schon egal, denn diktiert werden die Arbeits- und Lebensbedingungen sowieso von China.

    Eine schöne neue Welt, die uns erwartet!

    PS: Wird der Zugreiseblog eigentlich von ALLRAIL finanziert?

    • David sagt:

      Hallo,

      selbstverständlich wollte die SJ durch ihre Kampagne fremdenfeindliche Ressentiments schüren, in dem sie bei einem börsengehandelten Unternehmen auf China verweist. Hätte sie wohl die selbe Kampagne gefahren, wenn es sich dabei um ein dänisches oder norwegisches Unternehmen gehandelt hätte? Eben.

      Dass die EU Schuld sein soll, dass es keine durchgehenden Fahrkarten mehr gibt, ist ziemlich weit hergeholt. Ich darf daran erinnern, dass zum Beispiel die Deutsche Bahn seit Dezember bei Reisen nach Italien inzwischen die Tickets stückelt (DB+Trenitalia) und so über ihr internationales Buchungsportal verkauft. Und das, obwohl sie die (durchgehenden) Sparpreise erst Mitte letzten Jahres auch für andere Städte in Italien ausgeweitet hatte. Ebenso sind durchgehende DB-Tickets beim Nightjet seit Juni Geschichte.

      Tatsächlich dürfte es eine kundenorientierte Lösung gerade im Hinblick auf die Fahrgastrechte nur auf europäischer Ebene geben. Was man so aus den Verhandlungen diesbezüglich hört, wird gegen Fahrgastrechte bei gestückelten Fahrkarten übrigens nicht unbedingt von den Staatsbahnen oder Privatbahnen geschossen, sondern von angeblich liberalen nordeuropäischen Politikern.

      Zum Thema Schweiz: Der Personenverkehr der SBB stagnierte laut NZZ im Jahr 2017 und war im ersten Quartal 2018 rückläufig. Inzwischen wird deshalb bei den SBB über “individualisierte Preise” nachgedacht, die sich künftig an Komfort und Nachfrage orientieren. Die aktuellen Fehler des Schweizer Tarifsystems werden übrigens gerade jetzt erst sichtbar, nachdem Flixbus zusammen mit Eurobus auf dem dortigen Markt agiert (Stichwort “genehmigungsfreie Reduzierung von Tarifkilometern”).

      Ich glaube übrigens nicht, dass mehr Wettbewerb im Fernverkehr zwangsläufig zu neuen Monopolen führen muss. Ein Vergabeverfahren wie in der Schweiz, in dem jeweils ein Topf an unterschiedlichen Strecken vergeben wird, halte ich für sinnvoll. Nur muss dazu eben auch der politische Wille da ein und den sehe ich in Deutschland schlicht nicht. Hier haben wir das Problem, dass privater Wettbewerb praktisch chancenlos ist, aber gleichzeitig auch die Staatsbahn nicht die entsprechende Unterstützung erhält. Für den Fahrgast eine Lose-Lose-Situation.

      Viele Grüße

      David

      PS: Wenn man im Wort Tarifdschungel die Buchstaben vertauscht, kommt gastfreundlich heraus.

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